Wie entsteht Schmerz?
Schmerz kann durch mechanische (Druck, Verletzung), chemische (Verätzung) oder thermische (Hitze oder Kälte) Reize sowie durch Entzündungen im Gewebe ausgelöst werden. Durch Verletzungen und Entzündungen werden im Gewebe bestimmte Stoffe freigesetzt. Die Schmerzrezeptoren nehmen diese wahr und leiten ein Signal über Nervenfasern an das Rückenmark und von dort weiter an das Gehirn.
Bereits im Rückenmark werden die eintreffenden Reize vom Nervensystem berechnet und bewertet. Superschnelle Relflexe, wie z. B. beim Griff auf die heisse Herdplatte, werden sofort im Rückenmark ausgelöst.
Die Empfindung "ich habe Schmerzen" ist das Resultat einer komplizierten Berechnung aktivierender und hemmender Reize, die im Gehirn eintreffen. Jeder, der sich schon einmal verletzt hat, kennt den Effekt, dass man zunächst "vor lauter Schreck" den Verletzungsschmerz gar nicht bemerkt hat. Dieser Mechanismus versetzt uns in die Lage, nach vielen Verletzungen noch eine gewisse Zeit schmerzfrei reagieren zu können - ein evolutionäres Erbe, das uns Zeit zur Flucht oder Verteidigung verschaffen kann. Bei starker Anstrengung oder starken akuten Schmerzen produziert unser Organismus sogar körpereigene Schmerzblocker, die sogenannten Endorphine, die die gleiche Wirkung wie starke Schmerzmittel entfalten.
Auch chronische Schmerzen sind das Ergebnis der Berechnung zahlreicher Reize, die im Gehirn eintreffen. Chronische Schmerzen können ebenfalls von Organismus selbst gelindert oder ausgeschaltet werden. Der Begriff "psychosomatischer Schmerz" spiegelt die grosse psychische Komponente der Schmerzempfindung wider, die so weit gehen kann, dass Schmerzen bestehen, für die keine organischen Ursachen gefunden werden können.