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Was ist der Unterschied zwischen chronischem und akutem Schmerz?

Akuter Schmerz tritt plötzlich auf, zum Beispiel infolge einer Verletzung oder nach einer Operation. Akuter Schmerz kann gut mit pharmakologischen Methoden (Schmerzmittel, Anästhesie) behandelt werden und verschwindet in der Regel nach Heilung der Verletzung oder Abklingen der Entzündung.

Chronischer Schmerz hält über einen längeren Zeitraum hinweg an. Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn sie länger als 3 Monate dauern. Chronischer Schmerz kann relativ konstant bestehen (z. B. bei Krebsschmerzen), er kann aber auch phasenweise stärker oder schwächer sein.

Chronischer Schmerz kann organische und/oder psychische Ursachen haben. Manchmal ist der ursprüngliche Auslöser nicht mehr eindeutig zu definieren. Akute Schmerzzustände können bei ungenügender Behandlung zu chronischen Schmerzen führen. Tritt immer wieder derselbe Schmerzreiz auf, verändern sich benachbarte Nervenfasern und bilden ein Netzwerk, das in einem sogenannten "Schmerzgedächtnis" münden kann.

In diesem Fall nimmt man an, dass gewisse Nervenzellen, die bei einem vorangegangenen Schmerzerlebnis "eingeschaltet" wurden und dem Gehirn starke Schmerzen melden, nicht mehr abgeschaltet werden, obwohl das Schmerz-auslösende Ereignis nicht mehr besteht. Das Gehirn empfängt weiter Schmerzreize, obwohl schon längst kein Auslöser mehr vorhanden ist.

Chronischer Schmerz sollte niemals als Normalzustand tatenlos hingenommen werden. Vielmehr gilt es, gemeinsam mit einem Schmerztherapeuten zu versuchen, eine wirksame Schmerztherapie zu finden.