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Change Pain

Eine Kampagne zur besseren Versorgung chronischer Schmerzpatienten

Patienten mit starken chronischen Schmerzen erhalten oft keine angemessene Therapie. Doch wo genau liegen die Defizite? Und wie kann es gelingen, derzeitige und künftige Behandlungsmöglichkeiten zum Wohle der Patienten optimal zu nutzen?

 

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der von EFIC und Grünenthal initiierten Kampagne CHANGE PAIN, für deren Vorsitz zwei international renommierte Schmerzexperten gewonnen werden konnten: Dr. Gerhard H.H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) e.V. und Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums der DGS in Göppingen, sowie der Präsident des Dachverbandes der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (EFIC*), Prof. Giustino Varrassi, Universität von L´Aquila, Italien.

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Voraussetzung für eine bessere Versorgung chronischer Schmerzpatienten ist es, das Wissen der Ärzte über pathophysiologische Unterschiede zwischen nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen zu vertiefen und die Notwendigkeit einer individualisierten Therapie in ihrem Bewusstsein zu verankern. Gleichzeitig gilt es ihren Blick für einen Teufelskreis zu schärfen, in den viele Patienten mit starken chronischen Schmerzen geraten. 

Teufelskreis

 

So müssen die Betroffenen bei der Behandlung mit starken Opioiden oft erhebliche Nebenwirkungen in Kauf nehmen, um eine ausreichende Schmerzlinderung zu erzielen. Reduzieren sie aus Gründen der Verträglichkeit die Dosis, nehmen die Schmerzen wieder zu – und sie müssen die Dosis wieder steigern. Dadurch aber kehren auch die Nebenwirkungen zurück. Um diesem Circulus vitiosus aus Schmerzen und belastenden Nebenwirkungen zu entkommen, setzen manche Patienten die Opioidtherapie ganz ab. Welche Konsequenzen das für sie haben kann, wird von vielen Ärzten unterschätzt.

 

CHANGE PAIN möchte Ärzte in ganz Europa für diese Problematik sensibilisieren. Dazu traf sich 2009 eine CHANGE PAIN-Expertegruppe in Brüssel, um über die derzeitigen Probleme bei der Behandlung von Patienten mit starken chronischen Schmerzen zu diskutieren und daraus ein Konsensuspapier zu erstellen. Schweizer Schmerzexperten haben aus diesem Konsensuspapier die sechs zentralen Punkte des chronischen Schmerzmanagements für die Schweiz evaluiert und diskutiert.

Diese sollen dazu beitragen, das Wissen über die Schmerzursachen auch bei Nicht-Experten zu vertiefen und so die Versorgung der Patienten zu verbessern. Darüber hinaus verfolgt die Kampagne ein weiteres sehr wichtiges Ziel: die Verbesserung der Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Diesem Aspekt wurde bislang kaum Beachtung geschenkt. Die Behandlung starker chronischer Schmerzen kann aber nur dann gelingen, wenn Arzt und Patient die selbe Sprache sprechen So  multifaktoriell wie Schmerzursachen und –therapie,sind auch die Probleme, die einer effektiven Schmerzlinderungim Wege stehen.

 

Konsensuspunkte

 

  • Erfolgreiches Management starker chronischer Schmerzen hängt vom Verständnis ihrer multifaktoriellen Natur ab. Medizinische Evidenz sowie persönliche Erfahrungen und gewohnte Abläufe stellen Schlüsselfaktoren bei der Wahl neuer Behandlungsoptionen dar.
  • Optimale Patientenbetreuung und die Sensibilisierung auf mögliche Medikamenten-Nebenwirkungen werden angestrebt.
  • Das Bewusstsein der Ärzte zur Differenzierung zwischen neuropathischem und nozizeptivem Schmerz soll weiter gestärkt werden.
  • Die Verbesserung des medizinischen Wissens optimiert die Entscheidungsprozesse in der Schmerztherapie. Universale und anwenderfreundliche Fortbildungsmassnahmen verbessern das Fachwissen der Therapeuten.
  • Regelmässige, effektive Arzt-Patient-Kommunikation sowie die gemeinsame Identifikation individueller Behandlungsziele sind die Schlüssel zum erfolgreichen Schmerzmanagement.
  • Schmerzen mit einer neuropathischen Komponente erfordern erhöhte Aufmerksamkeit, da diese Schmerzen häufig gravierender als jene der nozizeptiven Schmerzsyndrome und deren Behandlung eine grössere Herausforderung darstellt.

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Ihr 

Prof. Dr. Eli Alon
SGSS Past-Präsident

 

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